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Jul 26 2013

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Fettbrand

Am gestrigen Tag habe ich meine Pflicht als Kieler Iron Blogger tapfer erfüllt, obwohl ich nicht recht wusste, was ich schreiben sollte.

Ich machte mir sogar schon Zukunftssorgen. Was schreibe ich bloß in der nächsten Woche?
Aber der Tag war ja noch jung und so ergab es sich einfach, dass mir ein Thema „einfach in den Schoß fiel“.

Der Fettbrand

Die Vorgeschichte

Meine Tochter und ich w(s)ollten das Essen für die Familie zubereiten. Wie es sich manchmal dabei ergibt, werden bei solchen Gelegenheiten kleine Tipps aus meiner Lebenserfahrung oder ihrem schulischen Kochunterricht ausgetauscht.

Diesmal war das Schleifen eines Messer mit einem Wetzstahl dran. Im weiteren Verlauf kam dann noch die Frage auf, wie stellt man eigentlich fest, ob das  Öl in der Pfanne heiß genug ist?

Es folgte der Hinweis auf den obligatorischen perlenden Holzlöffeltest. Ergänzt wurde dies durch meine Tochter dann noch dadurch, dass man auch Wasser in die Pfanne spritzen könne.

Lebenserfahren wie ich bin, habe ich vor solchen Tests gewarnt, und gefragt, ob sie schon mal eine Fettexplosion gesehen habe. Da sie dies verneinte, war es notwendig diese Bildungslücke zur Abwehr zukünftiger Gefahren zu schließen.

Die Videoinformation

Im Wohnzimmer nebenan war ohnehin das Netbook an den Fernseher angeklemmt. Kurz wurde bei Youtube ein entsprechender Film gesucht, wobei die Fülle die Auswahl etwas erschwerte. Ein Film wurde dann doch gefunden und angesehen. Information schadet einfach nie.

Bei dem Fundstück handelte es sich aber nicht um den nachstehenden Film. Vielmehr waren da immer Feuerwehrleute in ihrem Element und führten einen großem Publikum die Sache mit dem brennende Fett unter Zugabe von etwas Wasser vor.
Da gab es immer ein großes „Hallo“!

Leider haben wir den nachstehenden Film nicht gesehen – vielleicht wäre es besser gewesen.

Die Überraschung

Der kürzeste Witz in der IT lautet bekanntlich ja: „Ich bin gleich fertig!“

Nach so einer kleinen Weile meinte meine Tochter, sie wolle jetzt mal nach der Pfanne nebenan in der Küche sehen.
Man muss dazu wissen, dass Küche und Wohnzimmer unmittelbar nebeneinander liegen und mit einer großen Schiebetür verbunden sind – die hier auch komplett offen war.

Sie ging also in die Küche und kurz darauf leuchtete ein warmes Licht in das Wohnzimmer, untermalt durch das laute Rufen meiner Tochter:

„Es brennt!“

 

Eine vorherige Rauchentwicklung war nicht bemerkbar.

Geschulte Profis am Werk

Frisch aus der „Ausbildung“ kommend, konnte das Feuer recht rasch von mir durch das Auflegen des Pfannendeckels wieder gelöscht werden. Also nix mit Wasser und so.

Halt voll der Profi – irgendwie wie Chuck Norris.

Das Öl hatte sich entzündet, als meine Tochter kurz zuvor den Deckel von der Pfanne abgenommen hatte und Luft an die Sache kam.

Das Feuer brannte nur kurz und mit relativ niedriger Flamme. Die Dunstabzugshaube hatte sich noch nicht entzündet.

Fettbrand

Fettbrand
photo credit: Fotos_von_Carlos via photopin cc

Die Folgen

Trotz der kurzen Brenndauer hatte eine erhebliche Rauchentwicklung stattgefunden, die einem das Atmen doch deutlich erschwerte. Die qualmende Pfanne wurde auf den Hof verbracht. Das schwarze und zähe Öl räucherte dort dank des massiven Kupferbodens noch eine ganze Weile weiter vor sich hin.

Es wurden dann anschließend – trotz oder wegen der Atemnot – alle Fenster aufgerissen, Fliegengitter entfernt, die Fettfilter aus der Abzugshaube entfernt, diese auf Maximalleistung gestellt und zudem durch einen herbeigeholten Ventilator unterstützt

Man musste tatsächlich immer mal wieder raus und ein paar Züge frische Luft holen. Es dauerte eine ganze Weile bis man es in Küche und Wohnzimmer wieder aushalten konnte.

Die Hängeschränke, die Abzugshaube und viele andere Dinge in der Küche bedurften eine dringenden Reinigung mit einem Glasreiniger. Trotz des sehr kurzen Brandes waren sehr viele Teile in der Küche mit einem öligen, schwarzen Film überzogen. Viele der hängenden Küchenwerkzeugen mussten sofort zur Reinigung in die Geschirrspülmaschine.

Die Pfanne bedurfte einer besonders langwierigen Behandlung mit sehr heißem Wasser, Fettlöser und Stahlwolle.

Das eigentliche Ziel, die Herstellung eines Familienessen, hatte sich durch diese Weiterbildungsmaßnahme mit praktischen Ergänzungen allerdings etwas verzögert.

Noch heute – ein Tag später – riecht es übrigens immer noch ein wenig seltsam in der Küche.

Die Lehre

Fortbildung tut Not!
Nur so kann man sich auch in brenzligen Situationen professionell, ruhig und sachgerecht verhalten.

Allerdings sollte diese Fortbildung nicht unbedingt parallel zu einem möglichen Schadenereignis durchgeführt werden.

Obwohl: Der Lernwert war bei allen Beteiligten sehr hoch.

 

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2 Kommentare

1 Ping

  1. Elisabeth Hansen

    Vielleicht wäre es sicherer, Netbook und Fernseher gleich in die Küche zu stellen? 😉

    1. aw_
      aw_

      Für Rezepte und so wäre dies sicherlich extrem praktisch. Wir denken drüber nach.

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